Start- und Landestrecke berechnen – direkt aus den POH-Charts
BriefingPal liest die Takeoff- und Landing-Charts des Flugzeugtyps für deine Bedingungen aus: Platzhöhe und QNH, Temperatur, Startmasse, Windkomponente aus Wetter und Pistenrichtung, Neigung und Oberfläche. Das Ergebnis wird sofort mit der verfügbaren Piste (TORA, LDA) verglichen.
Ob eine Piste reicht, entscheidet sich nicht in der Luft. Kurze Plätze, Sommerhitze, Höhenlage und Rückenwind summieren sich schnell: Bei 30 °C auf 5'000 ft kann die Startstrecke das Doppelte des Meereswertes betragen. BriefingPal rechnet nicht mit pauschalen Zuschlägen, sondern interpoliert die Stützpunkte der POH-Tabellen und -Diagramme – Ground Roll und Strecke über das 15-m-Hindernis (50 ft), für Start und Landung, für Start-, Ziel- und Alternate-Platz gleichzeitig.
Die Pistendaten (Länge, Richtung, Höhe, Oberfläche) kommen aus einer Datenbank mit über 17'000 Flugplätzen weltweit; Wind und Temperatur werden zur geplanten Startzeit aus METAR oder Wettermodell übernommen. Die Pistenwahl nach Wind erfolgt automatisch, kann aber jederzeit von Hand gesetzt werden.
So funktioniert es
- Plätze wählenStart-, Ziel- und Alternate-Flugplatz per ICAO-Code oder Name; Piste, TORA/LDA, Höhe und Oberfläche werden vorgeschlagen.
- Bedingungen prüfenTemperatur, QNH und Wind zur Startzeit aus METAR oder Wettermodell – oder von Hand eintragen. Neigung und Nässe anpassen.
- Ergebnis lesenGround Roll und Strecke über 15 m als Balken gegen die Pistenlänge; Warnung, wenn es knapp wird – optional mit Sicherheitsfaktor 1.15.
- Steigflug einplanenSteigrate, Zeit, Fuel und Strecke bis zur Reiseflughöhe aus dem POH – inklusive Dienstgipfelhöhe und Dichtehöhe am Platz.
Beispiel aus der App
Beispiel: Archer II mit 1'087 kg von Wangen-Lachen (LSPV) nach Samedan (LSZS)
Start LSPV, Piste 08, 1'335 ft, Seitenwind 1 kt: Ground Roll 317 m, Strecke über 15 m 560 m – die Piste hat 499 m TORA. BriefingPal warnt: «Startstrecke über 15 m länger als Piste». Landung LSZS auf 5'600 ft, Piste 21, Gegenwind 1 kt: 295 m Ground Roll, 445 m über 15 m bei 1'799 m LDA – in Ordnung. Alternate LSZR, Piste 28: 240 m / 369 m bei 1'455 m LDA.
Was in die Performance-Berechnung einfliesst
Druck- und Dichtehöhe
Aus Platzhöhe, QNH und Temperatur – die Dichtehöhe wird ausgewiesen, damit die Leistungseinbusse sichtbar wird.
Masse aus Weight & Balance
Die tatsächliche Startmasse aus der W&B-Berechnung geht in die Charts ein; für die Landung die Landemasse nach Trip-Fuel.
Windkomponente je Piste
Gegen-, Rücken- und Seitenwind aus Windrichtung und Pistenrichtung; Seitenwind wird mit dem Demonstrated-Crosswind-Wert verglichen.
Pistenneigung und Oberfläche
Korrekturfaktoren für Neigung sowie Gras, nasse oder weiche Pisten gemäss POH-Hinweisen.
Sicherheitsfaktor wählbar
Reine POH-Werte oder Zuschlag von 15 % – wie viel Reserve du einplanst, entscheidest du.
Performance-Charts als Cards
Für Muster mit digitalisierten Diagrammen (z. B. TBM, PC-12, DA62) werden die Original-Charts mit deinem Betriebspunkt gezeichnet.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Startstrecke eines Flugzeugs?
Grundlage sind die Takeoff-Charts im Abschnitt 5 des POH: Je nach Druckhöhe, Temperatur und Masse ergibt sich der Ground Roll und die Strecke bis 50 ft (15 m); Wind, Neigung und Pistenoberfläche werden mit den Korrekturen des Herstellers berücksichtigt. BriefingPal führt diese Ablesung mit linearer Interpolation zwischen den Stützpunkten durch und vergleicht das Ergebnis mit der TORA der gewählten Piste.
Was ist der Unterschied zwischen Ground Roll und Strecke über 50 ft?
Der Ground Roll ist die reine Rollstrecke bis zum Abheben. Die Strecke über 50 ft (15 m) schliesst den Anfangssteigflug bis zur Hindernishöhe ein und ist der Wert, der mit der verfügbaren Pistenlänge und Hindernissen im Abflugsektor verglichen werden muss.
Woher kommen Pistenlänge und Platzhöhe?
Aus der integrierten Flugplatzdatenbank mit über 17'000 Plätzen (TORA, LDA, Richtung, Oberfläche, Höhe). Nicht für jeden Platz sind alle Werte hinterlegt – massgebend sind AIP und VAC; die Werte können jederzeit von Hand überschrieben werden.
Berücksichtigt BriefingPal Gras- und nasse Pisten?
Ja. Für Gras, nasse und weiche Pisten werden die im POH angegebenen Zuschläge angewendet, zusätzlich die Korrektur für Pistenneigung in Prozent.
Soll ich den Sicherheitsfaktor 1.15 anwenden?
Die POH-Werte stammen aus der Flugerprobung mit neuem Flugzeug, geübter Technik und idealer Piste. Viele Betriebe und Behörden empfehlen für den VFR-Betrieb einen Zuschlag von mindestens 15 % (bei Gras und Nässe mehr). In BriefingPal ist der Faktor mit einem Klick zuschaltbar.
Berechnet BriefingPal auch die Steigleistung?
Ja. Steigrate, Steiggeschwindigkeit, Zeit, Treibstoff und Strecke bis zur Reiseflughöhe werden aus den Climb-Daten des POH integriert, abhängig von Masse, Temperatur und Höhe – inklusive Dienstgipfelhöhe. Das Steigprofil fliesst in die Routenplanung und das Höhenprofil ein.
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